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Doris Schröder-Köpf und Peyman Javaher-Haghighi / samo.fa Juni 2022

Migrationsbeauftragte

Bedauern über Rücktritt von Doris Schröder-Köpf

Stühlerücken in der Staatskanzlei: Nicht nur die Landesregierung wechselt. Auch die Migrationsbeauftragte legt ihr Amt nieder.

  Wolfgang Becker | 07.11.2022

Den Job als niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe hat sie fast zehn Jahre gemacht. Jetzt ist die Journalistin und SPD-Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf (59) überraschend von diesem Ehrenamt zurückgetreten. Genaue Gründe für ihre am 5. November 2022 bekanntgewordene Entscheidung nannte sie nicht.

Lob für ihre Arbeit kam vom Ministerpräsidenten Stephan Weil: Sie habe das Amt „mit großem Einsatz und viel Herzblut ausgefüllt“, sei stets „eine verlässliche und engagierte Ansprechpartnerin“ gewesen. Die Migrationsbeauftragte ist in der Staatskanzlei angesiedelt, sitzt dem Integrationsbeirat vor, berät die Härtefallkommission und die Landespolitik bei Gesetzesvorhaben.

Migrant*innenorganisationen bedauern ihren Rücktritt

„Wir hätten die Zusammenarbeit gern fortgesetzt“, sagte etwa der Flüchtlingsrat Niedersachsen gegenüber der Tageszeitung taz. Der Flüchtlingsrat hatte Schröder-Köpf im März auch schon für den niedersächsischen Verdienstorden vorgeschlagen hat und sie außerdem gegen CDU-Angriffe in Schutz genommen, die sie für die Putin-Nähe ihres Exmannes, Altkanzler Gerhard Schröder, haftbar machen wollten.

„Wir würden uns wünschen, dass sich jemand findet, der die Arbeit von Frau Schröder-Köpf mit dem gleichen Engagement und Fachwissen fortführt“, so Muzaffer Öztürkyilmaz vom Flüchtlingsbeirat zur taz. Besonders engagierte sie sich in der Sozialberatung von Geflüchteten. Die Migrationsbeauftragte stand auch bei der Gründung der Internetplattform „Welt-in-Hannover.de“ Pate und war öfter beim MiSO-Netzwerk zu Gast, zuletzt im Juni auf einer Veranstaltung des Flüchtlingsprojekts samo.fa (Foto).

Es wird schwer sein, eine Nachfolge zu finden

Noch einen Tag vor ihrem Rücktritt war Schröder-Köpf mit anderen Landesbeauftragten zu Besuch bei verschiedenen Vereinen auf dem Lindener Faust-Gelände. „Ihre Arbeit als Migrationsbeauftragte war eine Ehre für uns“, kommentiert die Leiterin der dort ansässigen Initiative für Internationalen Kulturaustausch und MiSO-Vorstandsmitglied Lipi Mahjabin Ahmed: „Es wird nicht einfach sein, eine würdige Nachfolge zu finden“. Auch Eby Tangara, Vorsitzender vom Afrikanischen Dachverband Nord und MiSO-Vorstand, bedauert das Ausscheiden der Migrationsbeauftragen. „Sie hat uns immer gut unterstützt“, sagt er.

Doris Schröder-Köpf soll kommissarisch im Amt bleiben, bis ihre Nachfolge geklärt ist, heißt es aus der Staatskanzlei. Hinter den Kulissen wird bereits über die personelle Neubesetzung der Stelle nachgedacht. „Wünschenswert wäre eine Person mit migrantischen Wurzeln“, meint dazu Nadia Kurtul, ebenfalls MiSO-Vorstand und Leiterin des Vereins Can Arkadas: „Eine Landesbeauftragte oder ein Landesbeauftragter mit Migrationsgeschichte hätte eine Vorbildfunktion und könnte zu mehr ehrenamtlichem Engagement von Migrant*innen beitragen. Außerdem wäre Niedersachsen damit beispielhaft für andere Bundesländer!“

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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